Ulcus cruris (offenes Bein) Wenn Wunden am Unterschenkel nicht heilen Mittwoch, 18. Feb., 2026 Eine Stelle am Unterschenkel, die einfach nicht verschwindet. Vielleicht hat alles mit einer kleinen Verletzung begonnen. Vielleicht war die Haut vorher schon dünn und empfindlich. Und irgendwann entsteht eine Wunde, die bleibt. Ein sogenanntes „offenes Bein“ – medizinisch Ulcus cruris – gehört zu den häufigsten chronischen Wunden im höheren Alter. Für viele Angehörige ist es eine belastende Situation, weil die Heilung oft langwierig ist und Geduld braucht. Was ist ein Ulcus cruris? Ein Ulcus cruris ist eine chronische Wunde am Unterschenkel. Meist entsteht sie durch eine Durchblutungsstörung.Dabei unterscheidet man vereinfacht zwei häufige Ursachen: Venös bedingt: Das Blut kann nicht ausreichend aus dem Bein zurückfließen (Venenproblem).Arteriell bedingt: Das Bein wird nicht ausreichend mit frischem Blut versorgt (Arterienproblem). Manchmal liegen auch Mischformen vor. Wichtig zu wissen: Die sichtbare Wunde ist meist nur das Ergebnis einer zugrunde liegenden Gefäßerkrankung. Deshalb reicht es nicht, nur die Oberfläche zu behandeln. Woran erkennt man ein Ulcus cruris? Typische Merkmale eines venösen Ulcus cruris sind: Wunde meist im Bereich des InnenknöchelsUnregelmäßige WundränderNässende OberflächeGeschwollene BeineBraune oder verhärtete Haut rund um die Wunde Ein arterielles Ulcus zeigt sich oft anders: Häufig an Zehen, Ferse oder AußenknöchelEher trockenBlasse oder kühle HautSchmerzen, besonders beim Hochlagern Wenn eine Wunde am Unterschenkel über Wochen nicht heilt, sollte immer ärztlich abgeklärt werden, welche Ursache dahintersteckt. Typische Fehler Gerade beim offenen Bein passieren häufig gut gemeinte, aber problematische Dinge: Zu langes AbwartenKeine Abklärung der DurchblutungKompressionsstrümpfe werden nicht konsequent getragen (bei venöser Ursache)Zu wenig BewegungUnregelmäßige Wundkontrollen Wundexperte Lars Kaland betont aus seiner Erfahrung: Ohne Behandlung der Ursache bleibt die Wunde oft ein Dauerproblem. Eine gute Wundauflage allein reicht nicht aus. Was du als Angehöriger tun kannst Du kannst unterstützen, indem du: Veränderungen der Wunde regelmäßig beobachtestAuf Schwellungen achtestArzttermine konsequent wahrnimmstVerordnete Kompression (bei venöser Ursache) mitträgst und unterstütztBewegung im Alltag förderst, soweit möglich Gerade bei venösen Ulzera spielt die Kompressionstherapie eine zentrale Rolle. Sie kann unangenehm erscheinen, ist aber häufig entscheidend für die Heilung. ☝🏻 Wichtig: Kompression darf nur erfolgen, wenn die arterielle Durchblutung ausreichend ist – deshalb gehört die Diagnostik immer in ärztliche Hände. Wann solltest du einen Arzt aufsuchen? Eine ärztliche Abklärung ist notwendig, wenn: Eine Wunde am Unterschenkel länger als wenige Wochen bestehtSchmerzen deutlich zunehmenDas Bein stark anschwilltAnzeichen einer Infektion auftreten (Rötung, Fieber, Geruch)Unsicherheit über die richtige Versorgung besteht Je früher die Ursache geklärt wird, desto besser sind die Chancen, dass sich die Situation stabilisiert. Fazit Ein Ulcus cruris ist oft langwierig – aber nicht aussichtslos. Mit konsequenter Behandlung der Grunderkrankung, regelmäßiger Wundversorgung und Geduld kann sich die Situation deutlich verbessern.Im nächsten Artikel geht es um postoperative Wunden – also Wunden nach Operationen, die im häuslichen Umfeld weiter versorgt werden müssen. General/Icons/icon-arrow-left Diabetisches Fußsyndrom Postoperative Wunden General/Icons/icon-arrow-right Über den Autor: Lars Kaland ist examinierte Pflegefachkraft mit Schwerpunkt moderne Wundversorgung. Seine beruflichen Wurzeln liegen in der Praxis – mit langjähriger Erfahrung in der Begleitung von Menschen mit chronischen und komplexen Wunden. Für fabel begleitet er den Themenbereich „Wunde“ als fachlicher Experte und bringt sein Wissen in die Inhalte ein. Sein Anspruch: qualitätsgesicherte Versorgung, Verlässlichkeit und individuelle Begleitung auf Augenhöhe. Mehr über seine Arbeit erfährst du beim Wundinstitut.
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